Landesbeauftragte Claudia Middendorf: „Menschen mit Behinderungen brauchen faire Löhne und echte Wahlfreiheit auf dem Arbeitsmarkt“ Werkstatträte aus ganz NRW diskutieren in Münster über die Zukunft der Werkstätten
Wie schaffen wir echte Wahlfreiheit, faire Löhne und mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen?
Diese Frage stand im Zentrum des landesweiten Treffens aller Werkstatträte in Münster. Auf Einladung von der Landesbeauftragten Claudia Middendorf wurde deutlich: Die Zeit ist reif für mutige Veränderungen. Die Stimmen aus den Werkstatträten zeigen klar, wohin der Weg führen muss - hin zu echter Teilhabe und Wertschätzung.
Hiltrup – Beim gestrigen Treffen aller Werkstatträte aus Nordrhein-Westfalen in der Stadthalle stand ein zentrales Thema im Mittelpunkt: Wie kann die Zukunft der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen gerechter, inklusiver und selbstbestimmter gestaltet werden?
Die Veranstaltung wurde von Claudia Middendorf, der Beauftragten der Landesregierung für Menschen mit Behinderungen sowie Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen, organisiert. In ihrem Grußwort machte sie deutlich, dass es dringend an der Zeit sei, die Arbeits- und Entgeltstrukturen in den Werkstätten zu überdenken.
„Viele Menschen in Werkstätten arbeiten täglich mit großem Engagement – und trotzdem reicht das Entgelt oft nicht zum Leben. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und der gesellschaftlichen Wertschätzung. Arbeiten in einer Werkstatt darf kein Grund zur Scham sein. Jeder Mensch mit Behinderung hat das Recht, selbst zu entscheiden, wo und wie er oder sie arbeiten möchte.“
Neben einer Videobotschaft von Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann brachte Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, wichtige Impulse ein. Er betonte, dass Werkstätten eine wichtige Rolle spielen, aber zugleich Veränderungen nötig seien, um gerechte Bezahlung, bessere Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt und echte Mitbestimmung zu ermöglichen.
Claudia Middendorf unterstrich, dass sie diese Ziele gemeinsam mit Jürgen Dusel und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen weiterverfolgen wird: „Bund und Land müssen an einem Strang ziehen, damit Menschen mit Behinderungen gleiche Chancen auf Teilhabe und Erwerbsarbeit haben. Dafür setze ich mich mit ganzer Kraft ein.“
In den Arbeitsgruppen des Treffens tauschten sich die Werkstatträte offen über Entgeltgerechtigkeit, Mitbestimmung und Zukunftsperspektiven aus. Viele Beschäftigte äußerten Sorgen über ihre finanzielle Situation, den Wunsch nach mehr gesellschaftlicher Anerkennung und das Bedürfnis nach echten Wahlmöglichkeiten jenseits der Werkstätten. Claudia Middendorf zeigte sich von der Offenheit und Klarheit der Beiträge tief beeindruckt:
„Ich habe heute viele starke Stimmen gehört, die uns in der Politik zum Handeln auffordern. Diese Stimmen müssen gehört werden – denn Inklusion gelingt nur, wenn wir auch die Strukturen ändern, die sie bislang verhindern.“
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