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Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung

Das MZEB (Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung) ist eine ambulante Einrichtung für Menschen mit angeborenen oder erworbenen geistigen und/oder körperlichen Behinderungen und steht fachlich unter ständiger ärztlicher Leitung. Ein MZEB setzt da an, wo die Regelversorgung an ihre Grenzen stößt, und nimmt sich Zeit für eine individuelle Betrachtung und Beratung. Das MZEB ist kein Ersatz für die hausärztliche Gesundheitsversorgung.

Um in einem MZEB behandelt werden zu können, gibt es Eingangskriterien, die erfüllt sein müssen. Hierzu zählen z.B. ein bestimmter Grad der Behinderung, das Vorliegen von Merkzeichen G, aG, H, BI oder GI bestimmter Krankheitsdiagnosen, die je nach Ausrichtung des MZEBs variieren können.

Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz hat der Gesetzgeber 2015 die Gründung von Behandlungszentren, speziell für die medizinische Behandlung von Erwachsenen mit Behinderung (MZEB), ermöglicht. Auf Grundlage des in das Sozialgesetzbuch V aufgenommenen § 119c sollen die Zentren für eine verbesserte, strukturierte Versorgung von Erwachsenen mit Behinderung sorgen. Eine wesentliche Funktion der Medizinischen Behandlungszentren (MZEB) ist die Transition, also die Gestaltung des Überganges der Jugendlichen mit Behinderung in die Versorgungsstrukturen der Erwachsenenmedizin. Entscheidend hierfür ist eine gute "Übergabe" der Patienten von den Kinderärzten und sozialpädiatrischen Zentren (SPZs) an die weiterbehandelnden Haus- und Fachärzte und das MZEB.

Menschen mit Behinderung haben aufgrund ihrer behinderungsspezifischen Krankheitsbilder und Folgeerkrankungen einen besonderen medizinischen Bedarf.

In einem MZEB werden Patientinnen und Patienten behandelt, die von einem Fach- oder Hausarzt an das MZEB zugewiesen wurden. Ein MZEB versteht sich als Behandlungszentrum. Dazu zählt auch die Koordination der an der Behandlung beteiligten Fachärzte und therapeutischen Experten, etwa Logopäden oder Ergotherapeuten, bestenfalls in Absprache mit der Hausärztin bzw. dem Hausarzt der Patientinnen und Patienten.

Die MZEBs können von den regionalen Zulassungsausschüssen der Ärzte und Krankenkassen zur Teilnahme an der ambulanten Versorgung ermächtigt werden, sofern die bestehenden ambulanten Versorgungsstrukturen im Umfeld nicht die notwendigen Ressourcen und Fachexpertisen aufweisen.

Damit wird in NRW ein weiteres Element der UN Behindertenrechtskonvention (Artikel 25) umgesetzt. Der Artikel 25 formuliert, dass Menschen mit Behinderungen eine Gesundheitsversorgung in derselben Bandbreite, von derselben Qualität und auf demselben Standard erhalten, wie alle anderen Menschen auch.

Stand: 27.11.19, SKL, Ärztekammer Nordrhein