Gruppenfoto der Beteiligten
15.03.2022

Treffen der Medizinischen Dienste und der Selbsthilfe in NRW

Düsseldorf - Am 08. März 2022 trafen sich auf Einladung der Landesbehinderten- und -patientenbeauftragten Claudia Middendorf erneut Vertreterinnen und Vertreter der Medizinischen Dienste und der Selbsthilfe aus Nordrhein-Westfalen zu einem Fachgespräch. Unter dem Thema "Entlassmanagement im Krankenhaus" wurde unter Einbeziehung der Sozialen Dienste über notwendige Verbesserungen in diesem Bereich diskutiert.

Düsseldorf – Die Landesbehinderten- und -patientenbeauftragte Claudia Middendorf hat erneut Vertreterinnen und Vertreter der Medizinischen Dienste (MD) aus Nordrhein und Westfalen sowie der Sozialdienste im Krankenhaus und der Selbsthilfe zu einem Fachgespräch in die Landeshauptstadt eingeladen. Einheitlich konnte festgestellt werden, dass es gute gesetzliche Rahmenbedingungen für den Übergang in die verschiedenen Versorgungsbereiche gibt. Gleichzeitig wurde durch alle Anwesenden ein Verbesserungsbedarf in der praktischen Umsetzung bestätigt. Hier haben sich in der Vergangenheit regionale Übereinkünfte bewährt.

Neben fachlichen Impulsen zu den Aufgaben des Sozialen Dienstes im Krankenhaus und einem Blick auf das Entlassmanagement aus Sicht der Medizinischen Dienste, wurde den Beteiligten viel Raum für inhaltlichen Austausch gelassen. Dabei wurde deutlich, dass der Soziale Dienst im Krankenhaus eine unterschätzte und wenig wahrgenommene Rolle ausfüllt, dessen Bedeutung hervorgehoben und durch personelle Ressourcen dargestellt werden sollte. Gerade in der Corona-Pandemie hat sich auch hier gezeigt, welchen wichtigen Beitrag Angehörige u. a. im Rahmen des Entlassmanagements leisten und damit die vorhandenen Strukturen entlasten. Es gilt, sie frühzeitig mit einzubinden und sie sowie die Betroffenen weiter in ihren Rechten zu stärken.

Vielfach würden die bestehenden Möglichkeiten wie z.B. der Medikamentenversorgung oder Verordnungen für die ersten Tage nach Entlassung noch nicht ausreichend durch die Krankenhäuser genutzt. Auch die gesetzlich neu geregelte Übergangspflege im Krankenhaus, wonach Patientinnen und Patienten unter bestimmten Voraussetzungen längstens zehn Tage je Krankenhausbehandlung in der stationären Versorgung verbleiben können, finde aktuell kaum Anwendung. Hier bleibt abzuwarten, wie die Krankenhäuser die Regelung zukünftig umsetzen. Um die Situation für die Betroffenen in der Praxis zeitnah zu verbessern, seien regionale Lösungen nach dem Vorbild der Stadt Essen auf Ebene der kommunalen Pflege- und Gesundheitskonferenz gefragt.

Claudia Middendorf resümierte: „Es war wieder einmal eine bereichernde Veranstaltung, die zeigt, wie wichtig der Dialog zwischen den unterschiedlichsten Akteuren ist. Ich danke allen Beteiligten für den guten und vor allem produktiven Austausch. Es hat sich gezeigt, dass die Medizinischen Dienste, die Selbsthilfe und die Sozialen Dienste im Krankenhaus ähnliche Erfahrungen aus verschiedenen Blickwinkeln schildern und alle Seiten bereit sind, ihren Teil zur Verbesserung der Übergangssituation beizutragen.“